Ähnlich wie mit verarbeiteten Lebensmitteln steckt in Kleidung oftmals mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Neben der Hauptzutat, dem Stoff, braucht es oft nämlich noch viele weitere Zusätze, bis ein Kleidungsstück entsteht. Q-Nova ist einer dieser Zusätze, die speziell für die Herstellung von unserer Spitzen Lingerie von hoher Wichtigkeit ist.
Spitze, Geflecht oder Durchbrucharbeit?
Aber von vorn. Früher wurde Spitze traditionell von Hand geklöppelt und in erster Linie für Alltagsgegenstände wie Tischdecken, Platzdeckchen und auch mal als Spitzenverzierung an einem Kleidungsstück verwendet (in der Schweiz besonders bekannt: die St. Galler Spitze). Damals wurde noch mit Naturfasern wie Leinen geklöppelt, entsprechend starr und robust waren die Stücke dann auch.
Vor der Klöppelspitze gab es aber auch bereits im 15. Jahrhundert schon die Nadelspitze, die feiner in der Verarbeitung war und z.B. für Zierelemente an Hemdmanschetten eingesetzt wurde. Dadurch war sie aber natürlich auch sehr teuer und nur den besonders reichen Menschen vorbehalten. Die Nadelspitze hat sich in der modernen Zeit dann auch für Nachtwäsche und Dessous durchgesetzt, allerdings erst mit der industriellen Revolution.
Heute wird Spitze maschinell gefertigt und ist dadurch auch erschwinglicher geworden. Was früher nur dem höchsten Adel und Königsfamilien vorbehalten war, ist heute für auch für kleines Geld erhältlich.
Und da es mittlerweile eine Vielzahl an Textilien gibt, gibt es natürlich auch hier wieder Qualitätsunterschiede. Heute gilt vor allem Italien als Hersteller der feinsten Spitzen, aber Spitze wird natürlich auch in vielen anderen Ländern produziert. Komforttechnisch kommt es wie so meist auf die Zusammensetzung an. Wir setzen für unsere Spitzenlingerie auf Q-Nova.

Q-Nova, Q-was?
Wir rühmen uns gern damit, dass die Spitze, die wir für unsere Lingerie verwenden, nicht kratzt und besonders angenehm auf der Haut ist. Tatsächlich hat das Gefühl auf der Haut nicht nur mit dem verwendeten Garn, sondern auch mit der Verarbeitung zu Spitze ein Zusammenspiel. Bei Fast Fashion Anbietern ist Spitze z.B. oft sehr kratzig und wird daher selten als reine Spitzen Lingerie angeboten. Das liegt einerseits daran, dass Polyester die Basis der Spitze ist und andererseits auch am Stichvorgang bei der Produktion. Unser Spitzen Produzent ist Experte in der Herstellung von besonders feiner und dünner Spitze. Das Gefühl auf der Haut ist mit anderen Spitzen auf dem Markt einfach nicht vergleichbar (und wir schauen regelmässig auf Materialmessen, was es für Alternativen hat). Neben dem Anspruch auf Komfort ist aber natürlich auch Nachhaltigkeit eine Überlegung, die uns beeinflusst.
Wir versuchen, unseren Werten entsprechend möglichst mit der Umwelt im Hinterkopf zu wirtschaften. Daher haben wir uns dafür entschieden, nur Recyclingspitze für unsere Lingerie zu verwenden. Hier kommt nun wiederum Q-Nova ins Spiel. Q-Nova ist eine recycelte Nylon-6.6-Faser, welche unserer Lingeriespitze die nötige Elastizität und Widerstandsfähigkeit gibt.
Wie funktioniert das?
Das Unternehmen, bei dem wir Q-Nova beziehen, recycelt Textilabschnitte aus der eigenen Hauptproduktion. Diese Abschnitte fallen beispielsweise beim Zuschnitt von Kleidung statt. Die Abschnitte werden gesammelt, gehäckselt und anschliessend wird das Ganze chemisch aufbereitet. Daraus entsteht dann ein neues Nylongarn, welches anschliessend für die Herstellung von neuer Spitze genutzt wird.
Wo ist der Vorteil im Vergleich zu Virgin Faden?
Ganz einfach: tiefere CO2 Emissionen, viel weniger Wasserverbrauch für die Herstellung, weniger Abfall aus der Produktion und weniger Verbrauch von endlichen Ressourcen. Aktuell ist das für uns der beste Kompromiss, denn es ist uns ein grosses Anliegen, auch auf ein grosses Problem hinzuweisen, das die Verarbeitung von Unterwäschen Spitze zwangsläufig mit sich bringt: Mikroplastik. Ein riesiges Thema, obwohl es doch so verschwindend kleine Partikel sind, die sich mittlerweile an den abgelegensten Orten finden. Sowohl in der Arktis als auch in der Tiefsee wurden Spuren von Mikroplastik gefunden. Wöchentlich nehmen wir Schweizer:innen durchschnittlich 0.1 - 5 Gramm durch Essen, Trinken und Atmen in unseren Körper auf. Klingt nach viel, ist es auch: 5 Gramm Mikroplastik entsprechen etwa einer Kreditkarte.
Aber was hat Mikroplastik mit Lingerie zu tun?
Leider ist Spitze nur dann dehnbar, wenn sie mit Elasthan oder Nylon verarbeitet wird. Beide werden wie auch Polyester aus Erdöl hergestellt und geben demnach auch Mikroplastik beim Waschen ab.
Aus diesem Grund empfehlen wir zum Waschen von unserer Lingerie darum auch, einen Guppyfriend zu verwenden. Guppyfriends sind Wäschenetze, die das freigesetzte Mikroplastik beim Waschen im Beutel zurückhalten. Das Mikroplastik kannst du nach dem Waschgang aus dem Beutel entnehmen und im Abfall entsorgen. Es ist keine perfekte Lösung, aber es ist das Beste, was du aktuell tun kannst, um das Mikroplastik aus dem Wasser fernzuhalten.
Quellen:
https://www.srf.ch/wissen/gesundheit/versteckt-in-unserer-nahrung-was-mikroplastik-mit-unserem-koerper-macht
https://guppyfriend.com/?srsltid=AfmBOoqhC6W-1Kn7LinojpuK-E6cosvH-yWN0ctIwI5UEKLRzcJsvliL
https://www.fulgar.com/en/products/58/q-nova-by-fulgar